Reflux, Kortison wg. Belastungsasthma, HartzIV… SINN-SUCHE !
Samstag, 11. Dezember 2010Heute habe ich erneut eine tragische Mail bekommen von “Gerhard” aus Ravensburg.
An WORDPRESS konnte ich leider noch nicht ändern, dass bestimmte wichtige oder interessante Einträge Anderer direkt auf die Hauptseite kommen, daher erscheinen manche Mailzuschriften als Kommentar oder in Unterseiten, andere hole ich “per Hand” nach vorn auf diese Titel-Dialog-Seite. Eines Tages ändere ich die Seitenstruktur und dann läuft das anders.
Gerhard schrieb:
“hallo, ich habe seit 1990 etwa reflux und nehme seither zwischen 40-80 mg protonenhemmer. ich war früher sehr sportlich und schlank. seit 1995 belastungsasthma und reflux. bin harz iv und habe 130 kilo. nehme seit 1995 hoch dosiertes kortison ohne erfolg.
wenn ich unter 20 mg gehe sofort entzündung der lunge.
bin auf hilfe von anderen angewiesen, einkaufen zu fuss geht nicht, nach 200 meter atemnot, spray bis zum herzrasen, kopfschmerzen etc. also kein lebenswürdiges leben, leider.
gruss gerhard aus ravensburg”.
Lieber Gerhard,
aus einem so erschwerten und blockierten Leben ein LEBENSWERTES zu machen, ist eine echte Herausforderung. Ich hoffe, andere entdecken Deine Zeilen hier und schreiben Dir etwas dazu.
Was ich nur immer wieder sagen kann: NICHT AUFGEBEN.
Ich wog mal 80 Kilo, war sportlich und voll berufstätig mit gutem Gehalt. Jetzt wiege ich 108 Kilo, Sport ist fast gar nicht mehr möglich, ich bin erst in Hartz IV und nun in eine Vollerwerbsminderungsrente mit 41 abgesackt, die nur noch 423,– Euro beträgt. Ärzte haben mich früher auch nicht ernst genommen, meine Familie wurde damals, als das mit den Krankheiten los ging, sehr durch mich belastet, Freunde haben sich von mir zurück gezogen, oder ich mich von ihnen, denn Depressionen haben mich aufgefressen und ich wollte mich mit meinem Kranksein und der niedergeschlagenen Psyche keinem mehr zumuten.
Krasse, unfaire, inkompetente oder unsoziale Vorgehensweisen von Ämtern haben mich finanziell ruiniert, gesundheitlich noch kaputter gemacht, und psychisch war ich manchmal entweder kurz vor einem Amoklauf oder vor einem Selbstmord, denn ALLES sollte “einfach nur noch aufhören”! Ich habe seit der VCD-Diagnose dann auch noch eine Pneumonie und Lungenembolie gehabt, lag 12 Tage im Koma, wäre fast gestorben. Das habe ich noch nicht verarbeitet, aber “ich arbeite dran” (war November 2009). Der Reflux nervt extrem, trotz 40 mg Omeprazol pro Tag kann ich mich nichtmal zu meinem Schuhe-Zubinden runter-bücken, ohne dass ein Reflux-Strahl hochkommt. Mein sehr schmerzhafter Rücken ist mehr als kaputt, was mich wohl demnächst zu einer Wirbelsäulen-/Lendenwirbel-OP in eine Orthopädische Fachklinik bringen wird, da die hohen Schmerzmmittel nichts mehr bringen. Und worüber kein Schwein spricht: Sex ist auch nicht mehr so “locker”, wenn man körperliche und gesundheitliche Veränderungen und Beschwerden als chronischen Dauerzustand bewältigen muss. Meinen Alltag kann ich alleine nicht mehr bestreiten, kriege aber keinen Zivi und kein Pflegegeld, um ab und zu mal die Hilfe von jemandem finanzieren zu können. Seit der Koma-Zeit habe ich zudem eine Polyneuropathie und eine Myopathie, d.h. muskuläre und nervliche/neurologische Probleme, z.B. kann ich manchmal nicht mit einer Gabel essen, weil das Essen durch das Zittern oder die Krämpfe in der Hand nicht auf der Gabel bleibt, und ich esse dann das Essen mit einem großen Löffel, damit auch was am Mund ankommt, lach, echt schick, wenn man z.B. Krabben direkt löffelt statt aufpiekt. Tja. So sieht es aus.!. ABER ich lebe und kämpfe.!. “Ääääähm: Wofür?” könnte man dann ja fragen!
Ehrlich gesagt: Ohne eine Philosophie über sich selbst und den Sinn von Liebe zu anderen Menschen und zu Tieren, der Natur etc. verliert man Hoffnung und Kraft. Ohne so eine Philosophie über sich selbst und das eigene Wirken geht’s nicht. Man braucht viel Kraft für denWeg, den man zu gehen hat oder gehen will.
Wo möchtest Du in 1 Jahr, in 2 oder in 4 Jahren sein? Wie kommst Du da hin? Lässt Du Dir dabei helfen? Wer tut Dir gut?
Gib nicht auf, das anstrengende Leben wieder zu wenden zu einem (er-)lebenswerteren Leben! Ohne Geld ist das erschwert, aber hol das Beste raus!
Alles Liebe Dir, Bettina…