Archiv für die '4| seriöse & wahrscheinliche Erklärungsansätze' Kategorie

Laryngospasmus kann Asthma begleiten

Sonntag, 22. Oktober 2006

Quelle: Artikel aus der Ärzte Woche, 18. Jahrgang Nr. 25, 2004
URL: www.aerztewoche.at

Drei Prozent aller Asthmatiker leiden unter dieser Störung, die mit heftigen Atemnot-Attacken einhergeht. Akute Dyspnoe bei Asthmatikern, die nicht auf eine hohe Kortisondosis ansprechen, stellt einen deutlichen Hinweis auf eine Stimmband-Dysfunktion dar.

In Deutschland sind schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Menschen von einer Stimmband-Dysfunktion betroffen. Dabei handelt es sich um einen intermittierenden, Atemnot induzierenden funktionellen in- oder exspiratorischen Laryngospasmus. Etwa drei bis fünf Prozent aller Asthmatiker haben eine solche Störung. Etwa zwei Drittel der Betroffenen haben diese Störung zusätzlich zu einem Asthma bronchiale. Wodurch dieser Laryngospasmus entsteht, ist bisher noch nicht geklärt (HNO 52, 2004, 103).
Als Auslöser diskutiert werden unter anderem jedoch Mikroaspirationen und emotionaler Stress sowie chronische Infekte der Nasennebenhöhlen.

Regelrechte Todesangst

Starker Verdacht auf eine Stimmband-Dysfunktion besteht, wenn heftige Atemnotzustände plötzlich, vor allem bei der Inspiration, auftreten und nur wenige Sekunden bis maximal zwei bis drei Minuten anhalten und dann spontan sistieren. Oft kommen sie nach Hustenattacken vor. Die Atemnot-Attacken können täglich auftreten oder nur dreimal pro Jahr. Bei manchen Patienten sind die Atemnotzustände derart massiv, dass sie regelrechte Todesängste haben und sich zum Beispiel nicht mehr trauen, mit dem Auto zu fahren, oder auch die Angst haben, im Schlaf zu ersticken. Diese Sorge ist jedoch nicht nötig, da bisher keine Todesfälle im Zusammenhang mit einer Stimmband-Dysfunktion bekannt geworden sind. Vielen Patienten mit dieser Symptomatik kann erfahrungsgemäß allein dadurch geholfen werden, daß man sie beruhigt und ihnen erklärt, wie die Atemnot-Attacken zustande kommen. Oftmals fällt den Betroffenen ein Stein vom Herzen, wenn sie erfahren, was tatsächlich die Ursache für ihre Atemnot ist und dass der zugrundeliegende Kehlkopfspasmus im Prinzip harmlos ist. Das entspannt die Patienten, und die Atemnot-Attacken werden milder oder verschwinden in Einzelfällen zur Gänze.

Lediglich Patienten, bei denen die Laryngospasmen durch beruhigende Gespräche nicht verschwinden, sollten von einem Pneumologen weiter untersucht werden. Auf alle Fälle sollte vor Therapiebeginn die Diagnose stehen. Die Endoskopie mit Provokation eines Laryngospasmus gilt hier als Goldstandard. Noch aussagekräftiger ist die Endospirometrie. Hiermit werden nicht nur die Kehlkopfspasmen mittels Laryngoskopie nachgewiesen, sondern gleichzeitig die dadurch ausgelöste Atemnot demonstriert, indem der gestörte Atemfluss mittels Spirometrie auf einer Sinus-Kurve abgebildet wird.

Noch keine etablierte Therapie

Die Untersuchung wird nach nasaler Schleimhautanästhesie transnasal ohne systemische Prämedikation und ohne Rachenanästhesie vorgenommen. Dabei wird ein Laryngospasmus provoziert, möglichst so, wie ihn der betreffende Patient bereits im Alltag erlebt hat. Das gelingt meist, indem der Patient der individuell eruierten Reizsituation ausgesetzt wird. So werden Geruchs- und Geschmackssinn etwa durch Zitronensaft, Parfüm oder Zigarettenrauch gereizt. Es gibt außerdem taktile Reizungen. Wichtig ist nach Angaben von Kenn, dass die Art der induzierten Atemnot möglichst exakt mit der den Patienten bekannten Dyspnoe-Qualität übereinstimmt. Es gibt derzeit noch keine etablierten Therapien bei Stimmband-Dysfunktion. Wichtig scheint es jedoch, dass nach der Diagnose die Asthma-Medikation reduziert oder – sofern der betreffende Patient gar kein Asthma hat – gar abgesetzt wird, da diese bei funktionellen Laryngospasmen nicht wirke. Wenn beruhigende Gespräche mit den betroffenen Patienten nicht ausreichen, sind Atemtherapie, logopädische Übungen, Entspannungsverfahren und Psychotherapie eine Option. Die krampfartige Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur mit Einengung der Glottis ist typische Folge einer Stimmband-Dysfunktion. Wodurch der Spasmus dabei entsteht, ist noch unklar. Starker Verdacht auf eine solche Dysfunktion besteht, wenn heftige Atemnotzustände plötzlich, vor allem bei der Inspiration, auftreten und nur wenige Sekunden bis maximal zwei bis drei Minuten anhalten und dann spontan aufhören.

Fachartikel-Tipp zu reflux- assoziierten Atemwege-Erkrankungen

Dienstag, 12. September 2006

Ich schlage mich ja mit einem heftigen Reflux herum, der u.a. Auslöser für meine Stimmbandkrämpfe war (und teilweise ist), vor allem nachts wenn ich in einer liegenden Position war und der Reflux es noch einfacher hatte, in die Atemwege zu sickern.
Ich bin seither auf 80 – 100 mg NEXIUM pro Tag, weil es ohne Nexium zu heftigen Magenschmerzen, aber dann auch zu Stimmband- und Atemwegsprovokationen durch die Säure kommt.
Dass ein ernst zu nehmender Zusammenhang zwischen den “Magenproblemen” und den “Halsproblemen” besteht, wissen viele Betroffene nicht — teils kommen nichtmal Ärzte darauf (wie in meinem Fall sehr lange).
Daher hier mal ein Tipp für einen interessanten Artikel dazu.. allerdings ist es ein nicht leicht verstehbarer Artikel für Leser, die nicht aus der Medizin bzw. der Pflege etc. kommen. Trifft man aber auf einen Arzt, der den Zusammenhang nicht erkennen kann/möchte, hat man mit solchen Artikeln immer ein gutes Argument in der Rückhand, warum er seine Aufmerksamkeit vielleicht doch genauer der Verbindung von Magen und Atemwegen widmen sollte.

Auszug aus dem Artikel:

Refluxassoziierte Atemwegserkrankungen: Asthma, chronischer Husten, Schlafapnoe

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) gehört zu den häufigsten internistischen Krankheitsbildern und kann neben der rein ösophagealen Manifestation auch zu extraösophagealen Komplikationen führen. Eine Vielzahl von respiratorischen Störungen wird mit einem gastroösophagealen Reflux in Zusammenhang gebracht, beispielsweise Asthma bronchiale und chronischer Husten. Auch Patienten mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom zeichnen sich durch eine erhöhte Reflux-Prävalenz aus.
Primär gilt das Augenmerk bei Refluxpatienten den typischen ösophagealen Symptomen, an eine mögliche Atemwegsbeteiligung wird dagegen weniger gedacht.
Die rechtzeitige Diagnostik extraösophagealer Symptome kann dadurch erschwert werden, dass das Leitsymptom Sodbrennen nur schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden ist.
Therapie der Wahl sind Protonenpumpeninhibitoren (PPI).

Quelle des Auszuges: Das Journal “Der Internist“. Es erscheint im Springer-Verlag Berlin, ISSN 0020-9554 für Print, oder 1432-1289 für die Online-Bestellung. Der Artikel entstammt dem Heft 44, Number 1 / January, 2003.

Das Körperliche und seine Psyche

Montag, 19. Juni 2006

Gerne bleibe ich aufgrund einiger aktueller Diskussionen mal beim rein Psychologischen dieser Krankheit, bezogen auf meinen Fall:
Dass ich VCD habe, was ja die Stimme/Stimmbänder, den Halsbereich, das “Fortbleiben von Luft” und “Engwerden des Atems” betrifft, hat den psychologischen Hintergrund,
dass ich vieles im Leben “schlucken” musste,
mir oft “der Atem stockte” weil ich entsetzt war über Vorgänge um mich herum,
meine “Kehle wie eingeschnürt” war, weil man mir den Raum für meine freie Entwicklung oder Meinung nicht lassen wollte,
ich oft vor Trauer und Wut “einen Kloß im Hals” hatte,
mir oft “die Luft weg blieb” weil ich fassungslos war,
ich “den Hals voll” hatte von etwas,
es mir “die Sprache verschlug” wegen einem Schock,
ich oft “um Luft ringen” musste wegen einem totalen Unverständnis der Verhaltensweisen anderer…

ich kenne das Körperliche und seine Psyche sehr gut, bei anderen, als auch bei mir, und nehme diese Zusammenhänge sehr ernst, daher ist es für mich auch nicht negativ, wenn andere sagen “dass Du das hast, wundert mich nicht”.

Was ich negativ finde, ist das Reduziert-werden auf die Psyche, und die in meinem Fall unpassend auf mich übertragenen Herleitungen, wie:
- “Sie hyperventilieren sicher in dem Moment, und dann…” oder “na, dann werden Sie sicher schon mit der Angst, dass was passieren könnte, in diese Situation hinein gegangen sein, und dann ist es nicht verwunderlich, wenn…” oder “man steigert sich dann auch sehr hinein, nicht wahr?” obwohl ich gelernt habe, bewusst zu atmen und Ängste oder Panik erst gar nicht mehr zu empfinden, da ich ja weiß: Es ist nur ein Reflex, der verkrampfte Muskel im Hals macht statistisch nach 30 bis maximal 180 Sekunden wieder “auf”, entspannt wieder. Und vom Asthma oder Belastungsasthma weiß ich auch: Es ist bei mir nicht wie bei COPD-Leuten, ich bin im Verhältnis noch ein Fall, der das JETZT einigermaßen unter Kontrolle haben kann und dem kein Kollaps dabei passiert.
Ich habe also keine Angst, ich habe ein Bewusstsein !
Es ist nunmal Realität / Fakt, DASS etwas passieren KANN.
Also beobachte ich mich gelassen und stelle fest: “Oh, Mist, da kommt was, die Stimmbänder zucken” oder “Oh, Mist, das wird aber gerade eng hier im Brustkorb” und steuer dann dagegen. Das hat nichts von einer selbsterfüllenden Prophezeiung oder einem Reinsteigern aufgrund von Angst, und Panik schonmal gar nicht mehr (Panik hatte ich bei den ersten 20 Anfällen im September/Oktober 2005, als ich nicht wusste, was es ist und woher es kommt und wer mir überhaupt glaubt). Oder ich stelle fest: “Prima, alles ruhig trotz dieser und jener Umstände — sie scheinen aktuell nichts auszulösen”.
Differenziertes Bewusstsein !
Und darauf bin ich stolz… und hasse es, wenn mir das jemand abspricht oder einen Standard über mich stülpt….

seriöse Ansätze

Donnerstag, 15. Dezember 2005

teils werden die Erklärungsansätze unter “Definitionen” schon erfasst sein, aber hier können z.B. noch soziologische oder psychologische Ansätze, die vielleicht in den klassischen Definitionen wenig Beachtung finden, hinzu kommen…